Freies Testosteron, Vitamin D und Mortalität bei Männern

06.12.2012

Epidemiologische Daten lassen erkennen, dass sowohl ein niedriger Spiegel an 25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D] als auch ein niedriger Spiegel an freiem Testosteron mit einer erhöhten Mortalitätsrate im Zusammenhang steht. Da zudem ein Zusammenspiel zwischen Vitamin-D- und Testosteronstoffwech- sel experimentell nachgewiesen wurde, kann ein erhöhtes Letalitätsrisiko bei Vorliegen eines Defizits beider Hormone erwogen werden. Dieser Möglichkeit wurde bei einem großen Kollektiv älterer Männer nachgegangen.

M etaanalysen lieferten Hinweise darauf, dass Vitamin-D-Supplemente die Mortalitätsrate senken könnten. Ergebnisse von longitudinalen Studien haben gezeigt, dass ein Testosterondefizit mit einem erhöhten Mortalitäts- risiko und kardiovaskulären Ereignissen im Zusammenhang steht.

Bei Männern, die zu einer koronar- angiographischen Untersuchung anstanden, wurden Gesamttestosteron, Sexual- hormon-bindendes Globulin (SHBG) und der 25(OH)D-Spiegel bestimmt. Primärer Endpunkt war die Gesamtsterblichkeit sowie die kardiovaskuläre und nicht kardiovaskuläre Mortalität in Abhängigkeit von insuffizienten Spiegeln sowohl an freiem Testosteron als auch an 25(OH)D im Serum.

Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7,7 Jahren waren 492 von 2 069 Teilnehmern (23,8 %) verstorben. Es bestand ein signifikant erhöhtes Risiko für Gesamtsterblichkeit, kardiovaskuläre Sterblichkeit und nicht kardiovaskuläre Sterblichkeit sowohl bei Männern mit niedrigem Spiegel an freiem Testosteron als auch bei Männern mit niedrigem 25(OH)D-Spiegel im Vergleich zu Männern mit Hormonspiegeln in den jeweils höheren Quartilen. Sowohl das Risiko für Gesamtsterblichkeit, das für kardiovaskuläre Sterblichkeit als auch das für nicht kardiovaskuläre Sterblichkeit stieg jeweils deutlich an, wenn ein kombinierter Mangel an freiem Testosteron und 15(OH)D vorlag. Red.

Lerchbaum E, Pilz S, Boehm BO, et al. 2012.

Combination of low free testosterone and low vitamin D predicts mortality in older men referred for coronary angiography. Clin Endocrinol (Oxford) doi: 10.1111/j.1365-2265.2012.04371.x

 

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